Arbeitnehmer krank – was bekommt der Chef?

Nun schließen wir den Kreis und sehen mal hinter die Kulissen zum Thema „wenn der Arbeitnehmer krank wird“.

Ganz genau haben wir für euch die ersten 42 Tage unter die Lupe genommen.  

Der Arbeitnehmer ist krank, er bekommt seinen Lohn weiter?

Stimmt die ersten 6 Wochen – hier genau 42 Tage derselben Krankheit muss der Arbeitgeber den Lohn des Arbeitnehmers fortzahlen – man nennt das Entgeltfortzahlung. Aber Achtung der Zeitraum beginnt nach dem Tag der Krankmeldung.

Der Chef zahlt den Lohn weiter ohne dass der Arbeitnehmer arbeitet. Das ist doch eine enorme Belastung.

Grundsätzlich ja. Denn neben der Entgeltfortzahlung fallen auch Sozialversicherungsbeiträge etc. an. Außerdem kann kein Umsatz erzielt werden. Natürlich bedeutet das für den Unternehmer eine Mehrbelastung, die es erst einmal aufzufangen gilt.

Kann sich der Chef hier nicht absichern.

Ja, die Lösung liegt in der Entgeltfortzahlungsversicherung – auch U1- genannt. Grundsätzlich sind bis auf wenige Ausnahmen alle Arbeitnehmer die regelmäßig nicht mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigen pflichtversichert (Nicht jeder Mitarbeiter zählt hier voll). Zuständig ist dafür die gesetzliche Krankenkasse des jeweiligen Arbeitnehmers.

Was zahlt die U1?

Das Gesetz sieht vor, dass dem Arbeitgeber maximal 80 Prozent des fortgezahlten Arbeitsentgeltes sowie der vom Arbeitgeber zu tragenden Beitragsanteile am Gesamtsozialversicherungsbeitrag, der Beitragszuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung nach § 257 SGB V und § 61 SGB XI und zu einer berufsständischen Versorgungseinrichtung gem. § 172 Abs. 2 SGB VI. erstattet werden.

Aber hier gibt es Besonderheiten:

Erst einmal solltet ihr wissen, dass durch sogenannte Satzungsregelung die Krankenkassen ihre Erstattungshöhen begrenzen können. In der Regel bietet die gesetzliche Krankenversicherung hier verschiedene Tarife an. Diese liegen zwischen 50 und 80% Erstattung. Regulär sind meist 70% Erstattung. Möchte man diese 70% beibehalten muss man nichts tun. Will man aber weniger oder gar mehr Erstattung bekommen (sofern das die Krankenkasse anbietet), so muss man einen sogenannten Wahlantrag stellen.

Kommt das Geld automatisch?

Nein der Arbeitgeber muss einen elektronischen Erstattungsantrag bei der Krankenkasse stellen. Für geringfügig Beschäftigte (450 Euro Jobs) sind diese bei der Minijobzentrale der Knappschaft Bahn-See zu stellen.

Kostet das eigentlich was und wie kann ich dies verbessern?

Klar, denn nichts ist um sonst. Aber da genau liegen auch die Unterschiede. Bei jeder Krankenkassenkasse sind die Beitragssätze unterschiedlich hoch. Wer das weiß findet hier ein Einsparungspotential, dass die Lohnnebenkosten senken wird.
Durch eine Optimierung der Krankenkassen der Arbeitnehmer lässt sich nicht nur Beitrag sparen, sondern ggf. sogar der Erstattungssatz so verändern, das teilweise ohne Mehrausgaben eine weitaus höhere Erstattung im Krankheitsfall rausspringt. Dies führt dazu, das ihr als Unternehmer natürlich somit weniger Ausfall zu tragen habt. So können sich Betriebe mit einem höheren Krankenstand mehr Erstattung sichern. Oder eben Betriebe mit weniger Krankenstand die Lohnnebenkosten senken.

Wie das geht, worauf ihr zu achten habt und welche Krankenkasse welches Einsparungspotential für Euch hat, das erarbeiten wir gerne individuell für Euch.

Was kann ich tun um den allgemeinen Krankenstand etwas zu reduzieren.

In der Beratungspraxis hat es sich oft bewährt, eine Bonuszahlung für den Arbeitnehmer einzuführen, sofern der nur eine bestimmte Anzahl an Tagen krank ist im Jahr. Viele Mitarbeiter sind motiviert und arbeiten auf den Bonus hin. Das bedeutet aber nicht das sich die Mitarbeiter bis zum Letzten in die Arbeit schleppen müssen. Das genau sollen sie auch nicht. Auskurieren ist natürlich wichtig und unerlässlich. Auch weitere Motivationszahlungen wie z.B. Fitnessstudiobeitrag odgl. führt zu gesundem Lebensstil und obendrein oft zu einem reduzierten Krankenstand. Das wiederum verschafft euch weniger Umsatzausfall.

 

Wir sehen uns nächsten Freitag bei #FreitagsFragen auf der #CoachingCouch